Umfeld

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Als kleiner Ausblick:

Foto: Sammlung Max Reiss, Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Berlin.

Als die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft 2016 dieses Foto von Magnus Hirschfeld im Kreise von Freunden und Freundinnen erhielt, wurde uns gesagt, dass es sich bei den Versammelten vermutlich um eine Delegation handelt, die Hirschfeld zum Geburtstag gratulierte, möglicherweise sogar zu seinem letzten, der zugleich sein Todestag werden sollte. Wir waren stets skeptisch, denn das Foto passte nicht zu den anderen überlieferten Erinnerungen an den letzten Tag im Leben Hirschfelds, die wir kannten, und überhaupt, wer waren seine vermeintlichen Geburtstagsgäste? Wir konnten sie nicht identifizieren.

Dank unserer Beschäftigung mit der Zeitschrift „Hlas“ sind wir dem Rätsel nun um einen großen Schritt nähergekommen. Denn irgendwann fiel es uns wie Schuppen von den Augen, dass die dritte abgebildete Person von rechts nur Imrich Matyáš, eine der zentralen Figuren der damaligen tschechoslowakischen LSBTIQ*-Bewegung sein konnte. Jana Jablonická-Zezulová, umtriebige Forscherin und Autorin in Bratislava, bestätigte uns die Vermutung, und sie konnte uns noch mehr über das Bild sagen. Demnach handelt es sich bei dem Mann ganz rechts um Ferencz Bodó (geb. 1895), einen guten Freund von Matyáš, der als ungarischer Jude vermutlich 1942 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Die Frau neben ihm dürfte die Schwester von Imrich Matyáš und das Gebäude im Hintergrund der Bahnhof in Bratislava sein. Damit könnte das Foto im Mai 1932 aufgenommen worden sein, als Magnus Hirschfeld die Stadt besuchte, um hier einen Vortrag zu halten.